Weinkritiker

Die Bedeutung des Weins für den Konsum als auch für Investitionen hat eine ganze Branche von Weinkritikern und Journalisten mit eigenen Fachpublikationen, Zeitschriften und Websites hervorgebracht. Weine werden regelmäßig verkostet und bewertet. Heute sind Weinkritiker Autoren, Journalisten und Weinkenner, die als Experten des Weinmarktes gelten. Die Bewertungen haben großen Einfluss auf die Preis- und Wertentwicklung.

 

Robert Parker Jr.

Der vielleicht einflussreichste Kritiker in der Welt des Weins. Die Bewertungen und Neubewertungen des in Amerika geborenen Robert Parker Jr. wurden von Sammlern und Investoren auf der ganzen Welt stets mit Spannung erwartet. Seine Nase und sein Gaumen sind für 1.000.000 Dollar versichert, der Grund für seinen Spitznamen: „die Millionen-Dollar-Nase“.

Parker erschütterte 1978 die Welt des Weins, als er die erste kostenlose Ausgabe seines halbjährlichen Newsletters „The Wine Advocate“ herausgab. Dies war der erste unabhängige Verbraucherführer zum Kauf von Wein und hatte einen großen Einfluss auf das amerikanische Weinkaufpublikum. Heute hat der Newsletter mehr als 50.000 Abonnenten. 2012 war Parker als Chefredakteur zurückgetreten.

Die Parker 100-Punkte-Skala hat einen unvergleichlichen Einfluss auf die Weinkritiker gehabt. Das britische System hat Weine auf einer Skala von 1 bis 20 bewertet (eine Praxis, die von einigen noch heute gepflegt und bevorzugt wird). Parker-Punkte haben einen direkten Einfluss auf die Preisentwicklung, da nur 95+ bewertete Weine im Liv-ex Fine Wine 100 Index enthalten sind. Weine mit perfekten 100 Parker-Punkten sind die Begehrtesten auf dem Markt.

 

James Suckling

James Suckling ist ein amerikanischer Wein- und Zigarrenkritiker und ehemaliger Senior Editor sowie European Bureau Chief of Wine Spectator. Suckling gilt neben Parker als einer der einflussreichsten Weinkritiker der Welt.

In den 1980er-Jahren reagierte Suckling auf eine Stellenanzeige des Wine Spectator, damals eine lokale Publikation mit nur achthundert Abonnenten. Bereits 1982 zogen er und die Zeitschrift nach San Francisco. 1983 begann Suckling mit Alexis Lichine das Blindverkosten von Bordeaux-Weinen. Er war 1984 erstmals in Europa, wo er verschiedene führende Weingüter in Italien besuchte. 1985 wurde er dann vom Wine Spectator beauftragt, das europäische Büro mit Sitz in Paris zu gründen. Dort sollte Suckling alle europäischen Weine, insbesondere Bordelaiser Weine, italienischen Wein und Portwein, für die Publikation rezensieren.

Nachdem Suckling elf Jahre lang in London gelebt hatte, zog er nach Italien, wo er bis heute in der Toskana lebt. Die Website JamesSuckling.com wurde im Oktober 2010 gestartet. Suckling erklärte, dass sie sich hauptsächlich auf Videoinhalte mit „Schlüsselpersonen der Weinwelt“ konzentrieren werde.

 

Neal Martin

Neal Martin entdeckte durch Pétrus und Château Latour seine Leidenschaft für den Wein, was ihn dazu brachte, eine Weinausbildung zu beginnen und ein WSET-Diplom zu erwerben. Im Jahr 2003 gründete er das Portal wine-journal.com, das innerhalb von drei Jahren über 100.000 treue Anhänger und Leser gewinnen konnte, darunter einen gewissen Robert Parker. Anschließend machte Parker Martin zu seinem Schützling und holte ihn an Bord, um für seine eigene Online-Plattform robertparker.com zu schreiben. Dort wurde er einer der produktivsten Autoren und Rezensenten. Aktuell ist Neal Martin für „Vinous“ tätig.

 

Jancis Robinson MW

Die bekannteste britische Weinkritikerin Jancis Robinson war die erste Person außerhalb des Weinhandels, die den renommierten Titel „Master of Wine“ – die höchstmögliche berufliche Qualifikation im Weinhandel – erhielt. Robinson hat einen solchen Status, dass sie sogar Königin Elisabeth II. in ihrem persönlichen Weinkeller berät.

Ihre Kolumne in der Financial Times und ihre Verkostungsnotizen und Partituren in ihrem persönlichen Blog werden von einer Vielzahl treuer Fans weltweit verfolgt. Ihre Ratings auf einer Skala von 1 bis 20 Punkten sind nach Robert Parker zweitrangig, stellen aber einen wertvollen Kontrapunkt zu den amerikanischen Bewertungspunkten dar. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Kritikern bieten den Weinliebhabern lebhafte Diskussionspunkte.

 

Antonio Galloni

Galloni, ein ehemaliger Kritiker von „The Wine Advocate“, kündigte im Februar 2013 an, dass er nach Robert Parkers „Rücktritt“ als Chefredakteur die Publikation verlassen und seine eigene internetbasierte Zeitschrift „Vinous“ gründen werde.

Gallonis neues Projekt richtete sich an ein breiteres Publikum von Weinliebhabern als sein bisheriges Zuhause. Er berichtete weiterhin über die Weine aus Burgund, Italien, der Champagne und Kalifornien, und er beschloss auch die Aufgabe zu übernehmen, die Weine aus Bordeaux zu bewerten.

 

Allen Meadows

Der Amerikaner Allen Meadows, der seit vielen Jahren als erfolgreicher Finanzchef tätig war, hatte lange Zeit eine Leidenschaft für Wein. Er gilt als ein begeisterter Sammler von feinen französischen Weinen. Er verließ 1999 das Bankgeschäft, um sich auf seine wahre Berufung zu konzentrieren. Im Jahr 2000 gründete er burghound.com, die erste Weinseite, die sich ausschließlich auf eine einzige Region – Burgund – konzentrierte und vierteljährlich mit Verkostungsnotizen, Merkmalen und Weinprofilen aktualisiert wurde. Robert Parker hatte 1996 aufgehört, Burgund für den „The Wine Advocate“ abzudecken. Meadows‘ Website wurde gut angenommen und wuchs schnell an Popularität. Er ist heute mit seinen Noten (auf einer 100-Punkte-Skala) der einflussreichste Kritiker von Weinen aus Burgund.